"Verpeilte" Störche im Tiergarten Worms

15.06.2015

Am vergangenen Wochenende wurden drei der vier Jung-Adebare im Tiergarten mit “Rucksack“-Sendern ausgestattet, die von der NABU finanziert wurden. Sie sollen zukünftig helfen, die Rätsel rund um ihre langen Flugrouten in die Winterquartiere zu entschlüsseln. Per "App" kann jeder, der möchte an dieser Reise gen Süden auf dem Bildschirm teilnehmen.

Etwas aufgeregt sind die Storcheneltern zunächst schon als sich die Steigleiter langsam dem Nest nähert. Ganz unbekannt ist den Altvögeln das Prozedere durch die Beringung der jeweiligen Jungvögel in den vergangenen Jahren jedoch nicht und so beobachten sie das Tun einfach in sicherem Abstand. Der Nachwuchs stellt sich derweil lieber tot, so dass Christian Reis von der Aktion Pfalzstorch die Vögel ganz behutsam in Transportkisten legen kann, mit denen sie sanft zur Erde gebracht werden. Dort wartet der Wissenschaftler Wolfgang Fiedler vom Max Planck Institut, wo die Daten zukünftig ausgewertet werden sollen, bereits auf die sieben Wochen alten Sprösslinge. Mit geübter Hand legt er die Schlaufen um Flügel und Hals und befestigt den kleinen Sender auf dem Rücken. Mit 55 Gramm behindere der Sender die später rund drei bis viereinhalb Kilo schweren Vögel nicht, versichert er. Dann wird der Schnabel vermessen, das Bein beringt und das Federpaket noch vorsichtig gewogen. Ob Siggi, wie das Storchenkind fortan heißt zu einer Storchendame oder einem Storchenherr heranwachsen wird, kann jedoch erst anhand der DNA einer Federprobe im Labor festgestellt werden. Alle Daten werden genau notiert und dann sind noch Cosima und Dirgni an der Reihe bevor es mit der Steigleiter wieder zurück ins sichere Nest geht. Dort beringt Christian Reis schnell den vierten Jungstorch und kaum hat sich die Steigleiter ein paar Meter entfernt, kommt Mama Storch bereits angeflogen um nach dem Rechten zu sehen. Ein Blick auf den Webcam Monitor zeigt, dass alle in bester Verfassung sind und sich schnell vom aufregenden Ausflug zur Erde erholt haben.

Ab sofort genaue Auskünfte möglich
Mit Spannung warten nun die Wissenschaftler auf die ersten Daten der rund 2000 Euro teuren Sender. Über GPS liefern die Sender eines genaues Bewegungsmuster und geben sogar Auskunft darüber, ob der Vogel heftig mit den Flügeln schlagen muss oder kräfteschonend dahingleitet. Ab August wir es dann richtig spannend, denn dann beginnt der lange Weg nach Süden. Die Wormser Störche werden laut Christian Reis eher die Westroute über Frankreich, Spanien bis nach Afrika wählen und diesmal fliegen hoffentlich alle 23 pfälzischen und rheinhessischen Jungstörche mit, die seit dem vergangenen Wochenende ein kleines Paket auf ihrem Rücken tragen.
Weitere Information rund um die App und wie sie heruntergeladen wird, sowie das Storchenprojekt stehen im Internet unter:
www.orn.mpg.de/animaltracker

 
Fransen

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