Seltener Nachwuchs im Tiergarten Worms

21.09.2017

Hagedasch-Paar zieht zwei Jungvögel groß

Das Weibchen (rechts im Bild) mit ihrem „Hage“. Das Männchen stammt aus einer Handaufzucht und ist 10 Jahre alt.
Das Weibchen (rechts im Bild) mit ihrem „Hage“. Das Männchen stammt aus einer Handaufzucht und ist 10 Jahre alt.
Alles gut im Blick hat das kleine Hagedasch-Mädchen auf dem Baumstumpf – es schlüpfte im August.
Alles gut im Blick hat das kleine Hagedasch-Mädchen auf dem Baumstumpf – es schlüpfte im August.
Der Hagedasch, der in Mittel- bis Südafrika sein Zuhause hat, ist nach seinem heiseren und lauten Ruf, der sich wie „Haa-daa-daa“ anhört, benannt.
Der Hagedasch, der in Mittel- bis Südafrika sein Zuhause hat, ist nach seinem heiseren und lauten Ruf, der sich wie „Haa-daa-daa“ anhört, benannt.

Die im Tiergarten Worms ansässige Kolonie der Ibisse besteht aus verschiedenen Arten der Ibisfamilie. Neben dem Roten Sichler mit seinem scharlachroten Gefieder, der aus Südamerika stammt, gibt es auch den seltenen Hagedasch Ibis (Bostrychia hagedash) zu bestaunen. Das an sich ist schon eine Besonderheit - nur sechs weitere Haltungen existieren in ganz Deutschland. Dass das Hagedasch-Paar nun auch noch zweifachen Nachwuchs hat, ist vielleicht schon eine kleine Sensation, auch wenn man sich in Worms mit diesen sehr selten vorkommenden Tieren gut auskennt.

Die Nachzucht der Ibisse gelingt nicht immer problemlos und ist auch im Tiergarten eine Besonderheit. Die Elterntiere sind schon viele Jahre in Worms. Der Hahn kommt ursprünglich aus Nordrhein-Westfalen, entstammt einer Handaufzucht. Die Handaufzucht kann ein Problem sein, dabei steigt die Gefahr der Fehlprägung, auch im Paarungsverhalten. Bei „Hage“, dem Hagedasch-Männchen ist dies nicht der Fall. Er umgarnt sein Weibchen und hilft bei der Aufzucht der Jungen. Zusammen sind die beiden ein echtes Traumpaar. In der 222m² großen Anlage fühlen sich die beiden sichtlich wohl.

Seit August gibt es in der Ibis-Anlage zwei Hagedasch-Jungtiere zu bestaunen. Auf ganz natürliche Art und Weise brütete das Hagedasch-Weibchen die Eier aus. Die Jungtiere wurden von Beginn an sehr gut von ihren Elterntieren versorgt und aufgezogen. Sie sind schon stattlich gewachsen und bewegen sich frei in der Voliere. Zwar noch zierlicher und in der Färbung noch nicht ganz so schillernd, wie ihre Eltern – kann man sie in dem Gehege gut ausmachen. Je nach Unterart schwankt die Grundfärbung des Hagedasch-Gefieders zwischen grau und olivbraun, die Oberflügeldecken schimmern metallisch grün. Im Gegensatz zu vielen anderen Ibissen hat er keine auffallenden Schopffedern. Der ibisartig nach unten gekrümmte Schnabel ist ähnlich gefärbt wie das Gefieder. Die Jungtiere sind sehr wetterempfindlich, sie mögen es nicht zu warm und auch keinen Dauerregen. Im Tiergarten steht ihnen eine Innenanlage zur Verfügung, die von den Tieren bei diesen Temperaturen auch gerne angenommen wird.

Der Hagedasch, der in Mittel- bis Südafrika sein Zuhause hat, ist nach seinem heiseren und lauten Ruf, der sich wie „Haa-daa-daa“ anhört, benannt. Im Tiergarten Worms lebt der gesellige Hagedasch, der sich allgemein sehr gut mit anderen Ibissen versteht, in der Vergesellschaftung mit dem Roten Sichler,  Kuhreiher und dem Schwarzkopfibis. Die beiden Hagedasch-Jungtiere werden vorerst bei den Elterntieren verbleiben. Aufgrund der bestehenden Gefahr der Inzucht werden sie mit Erreichen der Geschlechtsreife in eine andere Haltung vermittelt werden. Bis dies im Frühjahr soweit ist, können die Hagedasch-Mädchen mit ihrem dunkelgrauen fast glänzenden Gefieder von 9.00 bis 19.00 Uhr im Tiergarten Worms besucht werden.

 
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